Interview mit Chauffeur Franz

„Geld macht nicht glücklich!“

Im Leben vielen Schweizer spiele das Geld eine zu grosse Rolle. Davon ist Ferenc Kalmar, besser bekannt als „Chauffeur Franz“, zutiefst überzeugt. Eine viel grössere Lebensbereicherung sei es, den Fahrgästen eine Freude bereiten zu dürfen.

Er strahlt enorm viel Sympathie aus, dieser junge und gewiefte Fahrer, der kurz nach der Jahrtausendwende seine Leidenschaft in den Dienst der Firma F. Oswald Consulting* gestellt hat. „Es bereitet mir viel Freude, Personen transportieren zu dürfen. Das war schon immer das Leben unserer Familie.“ Bereits mit acht Jahren sass er als junger Dreikäsehoch auf dem Fahrersitz eines Kleinbusses. „Ich konnte nur knapp über das Lenkrad sehen. Dennoch spürte ich zuriefst in mir einen enormen inneren Stolz.“

„Von diesem Augenblick an wusste ich, dass das Fahren mir im Blut lag.“ Der junge Chauffeur und gelernte Verkehrsingenieur mit Spezialgebiet Logistik hat in den vergangenen Jahren mit vielen verschiedenen Fahrgästen seine besonderen Erlebnisse machen dürfen. Er hält denn auch fest, dass er die Schweizer Gäste als „lieb“ und „sympathisch“ empfindet. „Jedenfalls mehr als die Deutsche2. Diese würden auf ihn „mit ihrer Militärnationalität“ und „aufgrund ihres akustischen Klanges“ eher stolz wirken.

Andererseits kenne er aber auch etliche Ausnahmen, die diese Regel bestätigen. Gemäss Chauffeur Franz haben die Schweizer den Deutschen aber noch etwas voraus: „Sie können, wenn Probleme auftauche, diese besser akzeptieren.“ Man kann ihm nicht böse sein, wenn er im Handumdrehen auch an die Adresse der Schweizer eine kleine sanfte Ermahnung weiter gibt. So würde bei uns Helvetiern vor allem das Geld eine grosse Rolle spielen. „Ich weiss nicht, ob das gut oder schlecht ist“, meint Franz, „aber normalerweise ist bereits im dritten oder vierten Satz bei den Schweizern vom Geld die Rede“.

Die wollen immer genau wissen, was dies oder jenes kostet.“Da sei er, der zwar noch junge Ungare, schon ganz anders. Ich selber möchte mich nicht vom Geld abhängig machen lassen“, meint er. Man kann nicht glücklich sein, wenn sich alles immer nur um die Finanzen dreht.“ Und wie sieht Chauffeur Franz seine Zukunft? „Vorläufig möchte ich mit meinem Vater zusammen Ausflüge und Reisen organisieren.“ Dabei stehe vor allem die Zufriedenheit der Kunden im Zentrum. „Nein, ein riesengrosses Geschäft will ich nicht machen. Mir genügt ein kleines Familienunternehmen sowie ein bescheidenes Einkommen“, meint er.

Zudem habe er noch nie beabsichtigt, Millionär zu werden. „Wenn du viel Geld hast, dann hast du in der Regel auch viele Probleme. Ich weiss, was ich brauche. Und mehr ist nicht nötig.“ Es seien ganz anderer Werte, die sein Leben prägten. Kurz und bändig zusammengefasst: „Wenn ich sehe, dass meine Fahrgäste glücklich sind, dann ist das Ziel erreicht.“

*Die Fahrdienste, die Ferenc Kalmar und sein Vater ausüben, werden zu rund 80% für die Firma F. Oswald Consulting getätigt.

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